Mastodon Thomas Schirrmacher wurde vom Fjellhaug International University College in Oslo und dem IIRF geehrt – Thomas Paul Schirrmacher
 
 

Ehrung von Thomas Schirrmacher – 20 Jahre IIRF – Internationales Symposium am Fjellhaug International University College in Oslo © IIRF

Die Laudatio von Professor Sauer und die neun Thesen aus Schirrmachers Vortrag über sein Lebenswerk sind nun verfügbar

Im September 2025 wurde Thomas Schirrmacher anlässlich sei­nes 65. Geburtstags für sein Lebenswerk im Bereich der Religions- und Weltanschau­ungsfreiheit geehrt (siehe Fotogalerie). Die Ehrung fand im Rahmen eines Symposiums zum Thema „Religiöse Verfol­gung und theologisch-mis­siologische Ausbildung“ am Fjell­haug International University College (FIUC) in Oslo statt, das gemein­sam mit dem International Institute for Religious Freedom (IIRF) organisiert wurde und beinhaltete:

  • Eine Begrüßungs­rede von Ketil Jensen, Rektor des Fjellhaug International University College in Oslo.
  • Eine Laudatio von Christof Sauer, begleitet von einem Gedenkfotoalbum, das die Geschichte des International Institute for Religious Freedom (IIRF) doku­mentiert.
  • Eine Anerkennungsurkunde von Prof. Dr. Dennis Petri in Würdigung von 20 Jahren Dienst für das IIRF.
  • Eine Einladung an Schirrmacher, einen Ehrengastvortrag über sein lebens­langes Engagement für die Religionsfreiheit und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu halten;
  • Die Vorstellung der Anthologie „Religiöse Verfolgung und theologisch-missiologische Ausbildung“, herausgegeben vom FIUC und dem IIRF im Schirrmacher-Verlag VKW.

Laudatio

Inzwischen hat Professor Sauer die Powerpoint-Präsentation seiner Laudatio sowie die Stichpunkte seiner Laudatio veröffentlicht.

Urkunde

Dies ist der Text der Urkunde des IIRF:

„In Anerkennung von 20 Jahren herausragen­der Verdienste, visionärer Führung und unerschütterlichem Engagement für die Mis­sion des Internationalen Instituts für Religionsfrei­heit (IIRF). Ihre unermüd­lichen Bemühungen um die Förderung akademi­scher Exzellenz, die Ver­tei­digung der Reli­gions- und Glaubensfreiheit so­wie den Brückenbau über Disziplinen, Regionen und Glaubensrichtungen hin­weg haben ein bleibendes Vermächtnis hinterlassen. Durch Ihre Gründungsrolle und Ihr zwei Jahrzehnte langes Engagement hat sich das IIRF zu einer globalen Plattform für Forschung, Interessenver­tretung und Wirkung entwickelt. Mit tiefer Dankbarkeit und Bewunderung würdigen wir Ihre vorbildlichen Beiträge und Ihr lebenslanges Streben nach Gerechtigkeit und Men­schenwürde.“

Ehrengastvortrag: Neun Thesen

Zudem veröffentlichte Professor Schirrmacher die neun Thesen seines Sondervor­trags sowie die dazugehörige Powerpoint-Präsentation unter dem Titel „Integration von Erkenntnissen verschiedener Disziplinen in Forschung und Lehre zur Verfolgung von Christen und zur Religions- und Weltanschauungsfreiheit für alle – Lehren aus meinem Lebensweg“.

Dieser Beitrag ist ein Aufruf an christliche Wissenschaftler in allen relevanten Berei­chen der akademischen Forschung, sich mit Religionsfreiheitsstudien zu befassen und sich dieser wachsenden globalen Gemeinschaft von Wissenschaftlern anzu­schließen.

Es ist aber auch ein Aufruf an christliche Wissenschaftler, mit Wissenschaftlern aller Glaubensrichtungen oder ohne Glauben zusammenzuarbeiten und die Ergebnisse ihrer Forschung so zu präsentieren, dass sie mit jedem Wissenschaftler guten Willens auf der ganzen Welt geteilt und diskutiert werden können, und sie zudem für Medien, Regierungen und Parlamente zugänglich zu machen, die in der Regel eine Mischung aus verschiedenen Weltanschauungen repräsentieren.

Gastvortrag von Thomas Schirrmacher am Fjellhaug International Uni­versity College in Oslo © IIRF

Es werden Beispiele aus Bereichen angeführt, in denen der Referent selbst in den letzten vier Jahrzehnten weltweit tätig war, wie systematische Theologie, politische Ethik, Kulturanthropologie, Religionssoziologie, Geschichtswissenschaft und interreli­giöser Dialog.

1. Die Idee der Religionsfreiheit geht auf religiöse Minderheiten innerhalb des Chris­tentums seit 1641 und auf die Minderheit der Juden seit 1783 zurück.

2. Daher müssen Christen und Juden selbstbewusst an der weltweiten Förderung und Umsetzung dieser Idee mitwirken, auch wenn sie heute von Menschen aller Religio­nen und Weltanschauungen als Teil des in der Allgemeinen Erklärung der Menschen­rechte verankerten Menschenrechtskanons geteilt wird.

3. Die Erforschung von Verfolgung und Martyrium muss wieder in den Mittelpunkt der christlichen systematischen Theologie rücken und zu einem integralen Bestandteil je­des theologischen Fachgebiets werden, z. B. der Christologie, Ekklesiologie, Kirchen­geschichte, Ethik, Missionswissenschaft oder Seelsorge.

4. Das muss in Zusammenarbeit mit allen Kirchen geschehen, da wir alle an den ober­sten Märtyrer, Jesus selbst, glauben; wir müssen von den Ostkirchen im Allgemeinen sowie von ihren Erfahrungen mit Verfolgung lernen. Wir müssen auch anerkennen, dass es Verfolgern selten wichtig ist, welche Art von Christen sie verfolgen oder zum Märtyrertod bringen.

5. Dasselbe gilt für die umfassendere Frage der Religions- oder Glaubensfreiheit für alle. Theologen sollten in der Lage sein, die Grundlage dieser Freiheit in Bezug auf Dogmatik und politische Ethik klar und verständlich zu erläutern.

6. Dazu gehört eine kritische Auseinandersetzung damit, inwiefern das Christentum im Laufe der Geschichte seinen eigenen Maßstäben gerecht geworden ist oder gegen sie verstoßen hat. Das Alte und das Neue Testament beweisen, dass unser Glaube in hohem Maße selbstkritisch ist und stets ehrliche Untersuchung und sogar Reue bein­haltet. Gleichzeitig müssen wir religiösen Extremismus und Fundamentalismus in unseren eigenen Reihen bekämpfen.

7. Neben theologischen Perspektiven interessieren sich Christen für säkulare und em­pirische Perspektiven, die die Realität in der Geschichte und der Gegenwart unter­suchen. Wir sollten in diesem Forschungsbereich eine führende Rolle übernehmen.

8. Somit hat jedes bekannte akademische Forschungsgebiet das Potenzial, zur Be­schreibung, Bewertung und Verbesserung von Problemen der Unterdrückung der Religionsfreiheit beizutragen, unabhängig davon, ob die Forscher oder die Opfer dem christlichen Glauben oder einer anderen großen oder kleinen Glaubensrichtung oder Weltanschauung angehören.

9. Folglich brauchen wir eine weltweite Zusammenarbeit mit Menschen guten Willens in Forschung und Interessenvertretung sowie die Bereitschaft, globale Netzwerke im Zusammenhang mit diesen Bemühungen aufzubauen und darin mitzuarbeiten.

Mit dem Rektor des Fjellhaug International University College in Oslo © IIRF

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