Auf besonderen Wunsch des libanesischen Präsidenten Joseph Auon nahmen der Präsident und der Generalsekretär der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (ISHR), Thomas Schirrmacher und Matthias Böhning, an der ersten internationalen Konferenz in Beirut zum Thema „Interkultureller und interreligiöser Dialog für Nachhaltigkeit“ teil.

Thomas Schirrmacher spricht vor sunnitischen und katholischen Führern des Libanon © BQ
Die Konferenz wurde von der libanesischen One Voice Foundation organisiert, die mit der Royal Ghassanid Academy of Arts and Science verbunden ist, deren Präsident Schirrmacher ist, sowie von der Faith for Earth Initiative der Vereinten Nationen und der Holy Spirit University of Kaslik (USEK) in Beirut. Die Konferenz fand unter der Schirmherrschaft von S. E. General Joseph Aoun, Präsident der Republik Libanon, statt, den Schirrmacher und Böhning zuvor besucht hatten, um die Konferenz vorzubereiten. Sie wurde im Johannes-Paul-II.-Amphitheater der Holy Spirit University abgehalten.
Die Konferenz griff eine Resolution der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2019 auf, den Libanon zu einer Plattform für den Dialog zwischen Zivilisationen und Kulturen zu machen. Sie hob die einzigartige Geschichte des Landes hervor, die im Laufe der vergangenen Jahrhunderte von einer Vielzahl von Kulturen und Religionen geprägt wurde und es zu einem zentralen Ort für das umstrittene Konzept der sogenannten „Koexistenz“ macht.
Das Programm begann mit einer visionären Podiumsdiskussion zum Thema „Der Libanon als Drehscheibe für Dialog und Nachhaltigkeit“. Nach der Mittagspause sprach ISHR-Präsident Schirrmacher über „Der Bund der Koexistenz: Wie Vielfalt und Glaube eine nachhaltige Zukunft schmieden“, wozu auch der Berater des Präsidenten der Libanesischen Republik für Menschenrechte und interreligiösen Dialog, Habib Afram, beitrug.

Die Redner und Programmverantwortlichen der Beirut International Conference on Intercultural and Interfaith Dialogue © BQ
In seiner Ansprache wandte sich Schirrmacher an den Großmufti des Libanon, Abdul Latif Derian, und dessen beiden Stellvertreter, die direkt vor ihm saßen und mit denen er anschließend ein Gespräch führte. Er sprach auch die verschiedenen katholischen Bischöfe und Führungskräfte sowie den Präsidenten der (päpstlichen) Holy Spirit University an. Er erinnerte sie an ihre große Verantwortung als Vertreter zweier großer Religionsgemeinschaften im Libanon und betonte, dass Konflikte zwischen religiösen Führern, selbst verbale Auseinandersetzungen, verheerende Folgen für das Land hätten. Wenn sie jedoch trotz ihrer theologischen Differenzen in einen Dialog träten und zusammenarbeiteten, wie sie es durch ihre Anwesenheit bereits getan hätten, dann habe der Libanon eine Zukunft.
Der ISHR-Präsident hatte seinen Gesprächspartner in der Podiumsdiskussion, Herrn Afram, zuletzt am Vorabend seiner Reise nach Syrien persönlich getroffen. Afram, der auch Präsident der Syrischen Liga ist, gilt als ausgewiesener und weltweit anerkannter Experte für die Lage christlicher Minderheiten im Nahen Osten. Vor diesem Hintergrund erörterten der Präsident und der Generalsekretär am Rande der Konferenz Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit, darunter die Idee einer Beobachtungsstelle für Menschenrechte und Religions- und Glaubensfreiheit für die MENA-Region.

Erste Reihe, neben dem Vertreter der Muslimischen Weltliga und dem Berater des libanesischen Präsidenten sitzend © BQ
Weitere wichtige Treffen und Gespräche fanden mit folgenden Würdenträgern statt:
- Pater Prof. Georges Hobeika, Generalvikar des libanesischen Maronitenordens (OLM) (ein Intellektueller mit einem reichen Schatz an historischem, theologischem und philosophischem Wissen)
- S.E. Ahmed bin Mohammed Al Jarwan, Präsident des Global Council for Tolerance and Peace aus den Vereinigten Arabischen Emiraten
- Seine Königliche Hoheit Prinz El Hassan Bin Talal von Jordanien
- Dr. Ibrahim Saleh Al Naimi, Bildungsminister, Katar
- Dr. Iyad AbuMoghli, CEO, Initiative „Faith for Earth“, UNEP
- Dr. Waseem Haddad, Direktor für die arabische Region, KACIID
- Dr. Laure Abi Khalil, Rat der Kirchen im Nahen Osten
- Hussam Zaki, stellvertretender Generalsekretär, Arabische Liga