Mastodon Der Runde Tisch FoRB Brüssel-EU hört sich die Berichte des ODIHR zu anti-christlichen Hassverbrechen und künstlicher Intelligenz an – Thomas Paul Schirrmacher
 
 

(from left to right): Eric Roux, Delita Nita, Mikaela Christiansson, Thomas Schirrmacher © IIRF/Martin Warnecke

Thomas Schirrmacher und Eric Roux leiteten eine Sitzung des Brüsseler EU-FoRB-Rundtischgesprächs im Presseclub von Brüssel. Unter den anwesenden Politikern, NGO-Führern und religiösen Führern hatten sie die Ehre, den neuen Sonderbeauftragten für Religions- und Glaubensfreiheit der Nieder­lande, Botschafter Paul Bekkers, willkom­men zu heißen. Botschafter Bekkers ist langjähriger Botschafter seines Landes bei den Vereinten Nationen und in ver­schiedenen anderen Ländern und war von 2016 bis 2020 Direktor des Sekretariats der Organisation für Sicherheit und Zu­sammenarbeit in Europa (OSZE). Die OSZE hat 57 Mitgliedstaaten.

Delia Nita, Menschenrechtsexpertin des Büros für demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) der Organisa­tion für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), informierte die Teilneh­mer des Runden Tisches über ihre neues­te Veröffentlichung zum Thema Religions- und Weltanschauungsfreiheit: „Think Again: Freedom of Thought in the Age of Artificial Intelligence“ (Umdenken: Gedan­kenfreiheit im Zeitalter der künstlichen Intelligenz). Der Bericht untersucht, wie KI und Neurotechnologien die Gedanken­freiheit bedrohen, indem sie durch Mani­pulation, Voreingenommenheit und Über­wachung die geistige Autonomie, die un­abhängige Meinungsbildung und die freie Entscheidungsfindung untergraben. Er fordert die Staaten nachdrücklich auf, dieses grundlegende Menschenrecht durch menschenrechtsbasierte Vorschriften für die KI-Entwicklung, Transparenzanforderungen und Schutzmaßnahmen zur Wahrung der Demokratie und der Menschenwürde zu schützen.

Mikaela Christiansson, Be­raterin für die Bekämpfung von Rassismus, Fremden­feindlichkeit und religiöser Intoleranz beim ODIHR der OSZE, informierte den Runden Tisch über ihren neuesten Leitfaden „Understanding Anti-Chris­tian Hate Crimes and Addressing the Security Needs of Christian Com­munities“ (Anti-christliche Hass­verbrechen verste­hen und den Sicherheits­bedürfnissen christlicher Gemein­schaften gerecht werden) sowie über einige aktuelle Trends bei anti­religiösen Hassvorfällen. Der Bericht definiert anti-christliche Hassverbrech­en als vorur­teilsmotivierte Straftaten gegen Christen oder deren Eigentum, wie z. B. Van­dalismus an Kir­chen, Übergriffe auf Gläu­bige und Drohungen, die den sozialen Zusammen­halt untergraben und Min­der­heiten unverhältnismä­ßig stark treffen. Sie for­dert die Regierungen nach­drücklich auf, die Erfas­sung, Strafverfol­gung, Opferhilfe und Sicherheits­zusammenarbeit mit den Gemeinschaften zu ver­bessern. Jüngste Trends zeigen anhaltende Vorfälle in der gesamten OSZE-Region, darunter über 980 anti-christliche Hassverbrechen, die allein im Jahr 2020 gemeldet wurden (z. B. An­griffe auf Eigentum, verbale Belästigungen und Gewalt), wobei die Besorgnis auch im Jahr 2025 anhält. Der neue Bericht ist in Englisch, Italienisch und Russisch verfügbar.

(from left to right): Thomas Schirrmacher, Prince Nikolaus Ferdinand Maria Josef Raphael of Liechtenstein, brother of the reigning Prince of Liechtenstein, who was the keynote speaker in the EU Parliament, and Bishop Youssaf Naadem (Pakistan) © IIRF/Martin Warnecke

Auf LinkedIn schrieb sie:

„Das Jahresende ist immer eine arbeitsreiche Zeit im Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) der OSZE! Ich begann die Woche in Brüssel, wo ich die Ergebnisse des ODIHR-Berichts über Hass­verbrechen 2024 sowie unseren praktischen Leitfaden zum Verständnis anti-christlicher Hassverbrechen und zur Berücksichtigung der Sicherheitsbedürfnisse christlicher Gemeinschaften vorstellte. Es war großartig, die Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. mult. Thomas Paul Schirrmacher, meiner Kollegin Delia Nita und unserem Gastgeber Eric Roux zu teilen.“

Nach den beiden ODIHR-Berichten berichtete Schirrmacher, der als Präsident des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit (IIRF) im Jahr 2025 70 Länder bereiste und dort Staatschefs, religiöse Führer sowie viele Zeugen und Forscher traf, über seine Erfahrungen. Er erklärte, dass der Aufstieg des religiösen Extremis­mus inner­halb der drei größten Weltreligionen und dessen Rolle in Wahl­kämpfen in Ländern wie Indien, Russ­land, der Tür­kei, Nigeria und den USA ein Haupt­grund dafür sei, dass sich die Gesamt­situation in Be­zug auf die Religions- und Glaubens­freiheit von Jahr zu Jahr verschlechtere.

Am folgenden Tag stellte Schirrmacher beim Euro­päischen Gebetsfrühstück den Runden Tisch mehreren namhaften Persönlichkeiten vor, darunter der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Ro­berta Metsola aus Malta, dem Hauptredner, Prinz Nikolaus Ferdinand Maria Josef Raphael von Liechtenstein, dem Bruder des regierenden Fürsten von Liechtenstein, sowie seinem alten Freund Baba Edmond Brahimaj aus Albanien, dem Oberhaupt der Bektashi-Muslime weltweit.

Sieben Schritte zur Bekämpfung anti-christlicher Hassverbrechen (ODIHR) © IIRF/Martin Warnecke

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